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gentechfrei - F E S T I V A L vom 29. Oktober
Gottfried Glöckner spricht am Gentechfrei-Festival
Bild: Gottfried Glöckner spricht am Gentechfrei-Festival

Medienmitteilung vom 29. Oktober 2005

Gentechfrei-Festival. Überzeugende Voten für ein JA am 27. November

Das Komitee für die Gentechfrei-Initiative zieht eine positive Bilanz des Gentechfrei-Festivals vom Samstag, 29. Oktober. Der mit über 300 BesucherInnen gut besuchte Anlass auf einem Zürcher Biohof hat der Kampagne für ein JA am 27. November zusätzlichen Schwung verliehen. Die ReferentInnen aus dem In- und Ausland haben anhand konkreter Fallbeispiele die Gefahren der Gentechnik und mit überzeugenden Argumenten die Vorzüge des Gentech-Moratoriums dargelegt.
 
Die Grüne Nationalrätin Ruth Genner wies in ihrer Eröffnungsrede auf die bemerkenswerte Tatsache hin, dass bei der Gentechfrei-Initiative Bauern und Grüne erstmals gemeindsam für eine Vorlage kämpfen. Beide nähmen die Bedenken der KonsumentInnen ernst, „denn 70 Prozent der Schweizer BürgerInnen wollen gemäss Meinungsumfragen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Sie möchten darauf vertrauen können, dass Lebensmittel von Landwirtschaftsbetrieben stammen, welche die Natur respektieren.
 
Bedrohte Schweizer Landwirtschaft
Der deutsch Landwirt Gottfried Glöckner berichtete über seine Erfahrungen mit der Verfütterung von gentechnisch verändertem Mais des Schweizer Konzerns Syngenta. „Das durch den Gentech-Mais selbst produzierte Gift, das dem Maiszünsler-Befall vorbeugen soll, wirkte sich verheerend auf meine Tiere aus. Zuerst fand sich Blut in der Milch und die Kühe mussten an Infusionen gehängt werden, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Schliesslich mussten wir die ganze Herde von siebzig Tiere notschlachten.“ 

Erfahrungen mit Gentech-Pflanzen hat auch der kanadische Farmer Percy Schmeiser gemacht – allerdings unfreiwillig. „Der US-amerikanische Biotech-Konzern Monsanto prozessiert gegen mich, weil ich unrechtmässig dessen patentierten Gentech-Raps angebaut hätte. Dieser wurde aber von Nachbarfeldern eingeschleppt und hat mein Saatgut verunreinigt. Ich möchte weiterhin konventionellen Raps kultivieren und mein Recht als Bauer wahrnehmen, mein Saatgut zu vermehren“.
 
Damit die Schweizer Landwirtschaft von solchen Erfahrungen verschont bleibt, muss sie gentechfrei bleiben, postulierte der Landwirt und SVP-Nationalrat Hansjörg Hassler. „Wir haben eine kleinräumige Landwirtschaftsstruktur. Die Felder eines Betriebes grenzen an Felder mehrerer Nachbarn an. Schon wenige Äcker mit Gentech-Kulturen wären ein unlösbares Problem für alle Nachbarn, die gentechfrei produzieren wollen. Es bräuchte von der Aussaat bis zur Ernte, dem Zwischenhandel, der Verarbeitung und dem Verkauf eine komplizierte und teure Warenflusskontrolle.“
 
Bernadette Oehen, Mitarbeiterin des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau und Verfasserin der Koexistenzstudie doppelte nach: „Die Last der Koexistenz liegt bei den Bauern und Bäuerinnen, die auf Gentechnik verzichten wollen. Baut ein Landwirt in einer Region gentechnisch veränderte Pflanzen an, müssen alle andern beweisen, dass in ihren Ernten kein GVO enthalten ist. Das heisst: Analysen zahlen, Geräte kontrollieren und reinigen, Fruchtfolgen über Jahre verbindlich planen und keine Fehler machen.
 
Meilenstein auf dem Weg zum Abstimmungserfolg
Am Gentechfrei-Festival standen neben fundierten Fachreferaten auch musikalische Darbietungen, Dokumentarfilm-Vorführungen und Angebote für Kinder auf dem Programm. Verpflegungs- und Informationsstände sorgten für das leibliche Wohl und stillten den Informationshunger. Bei sonnigem Herbstwetter besuchte über 300 Personen den Anlass, um sich über die Auswirkungen der Gentechnik zu informieren.
 
Am 27. November wird über die eidgenössische Volksabstimmung „für Lebensmittel aus gentechfreier Landwirtschaft“ abgestimmt. Sie verlangt, dass während fünf Jahren keine gentechnisch veränderten Pflanzen in der Landwirtschaft angebaut werden. Die Initiative bietet der Landwirtschaft die Gelegenheit, sich auf dem Markt als Anbieter von garantiert gentechfreien, naturnahen schweizerischen Qualitätsprodukten zu profilieren. Die Gentech-Forschung wird durch die Initiative nicht tangiert. Forschung ist nach Ansicht der Initianten sogar nötig, um mehr über die Auswirkungen dieser Technologie zu erfahren.
 
Für eine zukunftsfähige Schweiz braucht es am 27.November ein beherztes JA zur Gentechfrei-Initiative! Die Veranstalter(1) des Gentechfrei-Festivals sind überzeugt, dass ihre Anstrengungen Frucht tragen werden. Der deutliche Vorsprung bei der GfS-Umfrage vom 22. Oktober (47% JA gegenüber nur 36% NEIN-Stimmen) stimmt zuversichtlich
 
 
Für Rückfragen:
- Susanne Rihs, Kopräsidentin Regionalkomitee Zürich und Grüne Katonsrätin,
076 338 59 38
- Urs Hans, Kopräsident Regionalkomitee Zürich und Public Eye on Science,
078 656 18 10
- Martin Kamm, Kopräsident Regionalkomitee Zürich und Vizepräsident IP Suisse,
079 408 45 46



Die Refererate

Eröffnungsaktion vom 15. August 2005
 
Sehr geehrte Medienschaffende

Der Anlass auf der Pestalozziwiese vom 15. August ist der Startschuss für den Abstimmungskampf des Zürcher Regionalkomitees für die "gentechfrei"-Initiative. 
Die eidgenössische Vorlage kommt am 27. November zur Abstimmung und wird von Parteien, Bauern-, Umwelt- und KonsumentInnen-Organisationen unterstützt.

Mit einer überdimensionierten Einkaufstasche und Informationsmaterial wollen wir die Bevölkerung auf das Thema und die Abstimmung aufmerksam machen.

Wir laden Sie herzlich ein, uns an der Pestalozziwiese zu besuchen. PolitikerInnen sowie VertreterInnen verschiedener Bauernorganisationen und anderen Nichtregierungsorganisationen werden präsent sein und stehen Ihnen gerne Red und Antwort. 

Eine Mediendokumentation erhalten Sie vor Ort. Gerne stellen wir Ihnen die Unterlagen auch per E-Mail zu, sollten Sie am Event nicht teilnehmen können.

Mit freundlichen Grüssen
Susanne Rihs, Grüne Kantonsrätin und Kopräsidentin "gentechfrei"-Regionalkommitee Zürich
 
 
Mediendossier zur Eröffnungsaktion vom 15. August 2005 (Sperrfrist: 11.00 Uhr): 

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